Bio-Glas schützt sensible Mikrochips

Üblicherweise werden Tiertransponder in die linke Halsseite des Tieres implantiert. Biokompatibles Glas von SCHOTT sorgt dabei dafür, dass der Transponder besonders gewebeverträglich ist. Foto: SCHOTT.

Der Technologiekonzern SCHOTT fertig in Landshut als einziger Hersteller biokompatible Glasröhrchen für Tiertransponder

Ein lauter Knall, Wild oder einfach nur Orientierungslosigkeit – das geliebte Haustier, sei es Hund oder Katze, ist schnell weggelaufen und ohne eindeutige Identifizierung nur schwer seinem Besitzer wieder zuzuführen. Das Chippen von Haustieren mit Tiertranspondern und die Registrierung der auf dem Chip abgespeicherten Identifikationsnummer in zentralen Tierdatenbanken schaffen Abhilfe. Die Injektion des RFID (radio-frequency identification)-Transponders beim Tierarzt ist einfach und durch die vakuumdichte Versiegelung mit biokompatiblem Spezialglas von SCHOTT  sehr zuverlässig und besonders gut verträglich.

Sehr viel einfacher als früher werden zur eindeutigen Identifikation und Registrierung der Tiere statt der Tätowierung mit einer Buchstaben- und Zahlenkombination im Ohr heute RFID-Mikrochips eingesetzt. Diese etwa reiskorngroßen passiven Transponder, die eine Kupferspule sowie einen Chip enthalten, werden direkt ins Gewebe injiziert. Ein Lesegerät, das im Abstand von wenigen Zentimetern über den Nacken des Tieres gehalten wird, liest die im Chip gespeicherte 15-stellige Nummer mithilfe elektromagnetischer Wellen aus.

Eine Möglichkeit ist, die hochwertigen Transponderröhrchen aus biokompatiblem Spezialglas herzustellen, das SCHOTT in seinem bayerischen Werk in Landshut entwickelt hat und das seit rund 20 Jahren unter dem Namen Bio-Glas 8625 erfolgreich bei Haus- und Nutztieren eingesetzt wird. „Wir sind der einzige Hersteller, der Transponderhüllen aus gewebeverträglichem Bio-Glas fertigt“, erklärt Cornelia Rusche, Vertriebsmanagerin für Transponder bei SCHOTT. Das besonders verträgliche Glas wird in Durchmessern von 1,2 bis 4 Millimetern zu Rohr gezogen, weiterverarbeitet und an Transponderhersteller geliefert, die die Röhrchen dann effizient mit Chip, Antenne und Ferrit befüllen. Aufgrund der besonderen Glaszusammensetzung kann der Hersteller den Transponder am noch offenen Ende mit Infrarotlicht per Laser sicher, vakuumdicht verschließen und – bei Bedarf  -auch autoklavieren.

Mikrochips zur Tierkennzeichnung werden auch bei Nutztieren bereits als Alternative für Ohrmarken eingesetzt – allerdings in größeren Ausführungen als bei Haustieren und in Verbindung mit  fest installierten Lesegeräten an Toren oder Gattern.  Bei SCHOTT denken Produktentwickler bereits über neue Anwendungen und die Weiterentwicklung des Bio-Glases nach. Man darf gespannt sein.

Quelle: SCHOTT AG