12.11.2012

Centrosolar steigert Absatz im Kerngeschäft um 29 %

Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen im Photovoltaik-Markt konnte die Centrosolar Group AG (München) ihren internationalen Absatz an Solarmodulen und PV-Systemen im dritten Quartal um 29 % gegenüber dem Vorjahresquartal ausbauen, berichtet das Unternehmen in einer Pressemitteilung.

Gleichzeitig blieb der Absatz im Bereich Solarglas deutlich hinter den Vorjahreswerten zurück: Durch die in vollem Gange befindliche Konsolidierung am Photovoltaik-Markt und die weltweite Nachfrageschwäche hätten viele Kunden ihre avisierten Abnahmemengen reduziert. Zudem führte die Insolvenz zweier wichtiger Glaskunden in den letzten beiden Quartalen zu temporären Einbußen bei den Umsätzen und Erträgen.

Insgesamt lag der Konzernumsatz mit 55,5 Millionen Euro um 24 % unter dem Wert des Vorjahresquartals (72,9 Mio. EUR). Dabei waren neben dem Rückgang des Umsatzes im Bereich Solarglas (-7,8 Mio. EUR) insbesondere auch die im 3. Quartal des Vorjahres verbuchten Projektverkäufe in Höhe von 9,0 Millionen Euro ursächlich für den Umsatzrückgang.

Preisverfall bei Solarmodulen weitgehend durch höheren Absatz ausgeglichen

Bereinigt um diese Effekte konnte im Kerngeschäft, also mit der Produktion und dem Vertrieb von Photovoltaik-Modulen, Systemen und Komponenten für Dachanlagen eine annähernd konstante Umsatzentwicklung erwirtschaftet werden. Damit konnte hier der fortgesetzte Preisverfall bei Solarmodulen weitgehend durch den höheren Absatz ausgeglichen werden. Mit 78 % wurde zudem der Anteil des Umsatzes außerhalb Deutschlands im dritten Quartal weiter ausgebaut (Vorjahr 74 %).

Neutrales operatives Ergebnis im europäischen Kerngeschäft

Im europäischen Kerngeschäft konnte der Konzern ein neutrales operatives Ergebnis (EBITDA) erwirtschaften. Insgesamt lag das Konzernergebnis jedoch mit minus 4,2 Millionen Euro deutlich unter dem Vorjahresniveau (4,2 Mio. EUR). Auch hier lasse sich die Entwicklung maßgeblich mit den reduzierten Ergebnissen im Bereich der Centrosolar Glas und aus den im Vorjahr gebuchten Projekterträgen erklären, die in Summe rund 4,8 Millionen Euro Abweichung zum Vorjahresergebnis begründen. Zudem sorgte der weiterhin massive Preisverfall im Photovoltaik-Markt dafür, dass die Margen des Vorjahres auch im Kerngeschäft nicht ganz erreicht werden konnten.

Infolge der reduzierten Aktivitäten im Projektgeschäft wurde die Werthaltigkeit der Geschäfts- und Firmenwerte der Centrosolar Schweiz überprüft. Daraus hat sich eine außerplanmäßige Wertminderung von 3,3 Millionen Euro zum 30. September 2012 ergeben. Darüber hinaus wurden latente Steuerforderungen in Höhe von 3,9 Millionen Euro aufgelöst. Durch diese nicht liquiditätswirksamen Einmaleffekte ergab sich ein Nettoergebnis nach Steuern in Höhe von minus 13,8 Millionen Euro (Vorjahr -0,6 Mio. EUR). Für die ersten neun Monate ergibt sich damit ein Ergebnis je Aktie von minus 1,20 EUR (Vorjahr -0,35 EUR).

Keine Jahresendrallye erwartet

Da in den größten Absatzmärkten keine besonderen Anpassungen der Solarstrom-Einspeisevergütungen zum Jahresende vorgesehen sind, könne nicht auf eine wie in früheren Jahren übliche saisonale Jahresendrallye gehofft werden. Daher gehe das Unternehmen nun von einem Jahresumsatz in Höhe von 215 bis 225 Millionen Euro (statt bisher 250 Mio. EUR) aus.

Aufgrund der zu erwartenden schwachen Nachfrage nach Solarglas, aber auch im zum Winter hin abflachenden PV-Modulgeschäft sei für das vierte Quartal mit weiteren Verlusten zu rechnen, die jedoch etwas geringer ausfallen sollten, als im Vorjahr, so das Unternehmen. Für das Gesamtjahr würden die Verluste jedoch über dem Vorjahreswert liegen.

Durch die weltweit vergleichsweise schwache Nachfragesituation habe sich der Wettbewerbsdruck in der Branche weiter erhöht. Es sei zu erwarten, dass sich der Konsolidierungsprozess durch das verschärfte Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage beschleunigen dürfte, so dass sich die Lage bereits ab Mitte des kommenden Jahres entspannen könnte.

Konzentration auf Photovoltaik-Dachanlagen und Solarstrom-Eigenverbrauch

CENTROSOLAR hat seine Strategie schon immer auf das Segment der kleineren und mittleren Photovoltaik-Dachanlagen ausgerichtet und sich hier eine starke Wettbewerbsposition geschaffen. Zudem sieht sich CENTROSOLAR als führend in der Entwicklung von Lösungen zur Optimierung des Solarstrom-Eigenverbrauchs an. Schließlich hat sich das Unternehmen mit umfassenden Mehrwertleistungen eine sehr gute Wettbewerbsposition im stark wachsenden nordamerikanischen Markt geschaffen. Mit dieser Strategie ist das Unternehmen gut aufgestellt, um nach Abschluss der Konsolidierungsphase der Branche gestärkt das profitable Wachstum der vergangenen Jahre auch in den Folgejahren fortzusetzen.

Quelle: CENTROSOLAR/solarserver.de