31.01.2012

Das Fenster zur Stadt

Die neue Spiegel-Zentrale und das nebenstehende Kontor, ein 14 und neun Etagen hohes Gebäude-Doppel, erweitern die Galerie international herausragender Architektur in Hamburg. Verlagsgebäude und Kontor stehen als eindrucksvolle Glasarchitektur auf einem gemeinsamen Backsteinsockel. Das dänische Büro Henning Larsen Architects entwarf die Gebäude, die sich auf unregelmäßig trapezförmigen Grundrissen in die Ericusspitze schmiegen. Das 61 Meter hohe Redaktionsgebäude wirkt vom Norden betrachtet wie ein Fenster zur Stadt und gewährt dem Betrachter tiefe Einblicke ins Innere. Die Glashülle ermöglicht zudem Multimediaprojektionen und ist mitverantwortlich für die herausragende Energiebilanz. ipasol neutral 68/37 Sonnenschutz- und iplus E Wärmedämmverglasung von Interpane schaffen von Tageslicht durchflutete Räume, die vor sommerlicher Überhitzung ebenso gut geschützt sind wie vor dem Auskühlen an kalten Tagen.

„Lage, Lage, Lage“: Das Ericus-Quartier (Hamburg), liegt als architektonisches Filetstück in begehrter City-Wasserlage neben der Speicherstadt und ist vom Zentrum und Hauptbahnhof fußläufig innerhalb weniger Minuten erreichbar. Besucher schätzen das maritime Flair und den Blick auf die historischen Fassaden, umgeben vom Brooktorhafen. Auf einem gemeinsamen Backsteinsockel entstanden hier, am nordöstlichen Eingang der HafenCity, das neue Verlagsgebäude der Spiegel-Gruppe und das Ericus-Kontor mit Lager- und Büroflächen. Seit kurzem arbeiten im Verlagsgebäude alle Redaktionen der Gruppe auf rund 30.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche mit bestem Ausblick auf ein grandioses Hafenpanorama.

Ausgezeichnet für herausragende Nachhaltigkeit

Durch die ungewöhnliche Konstruktion, die der Fassadenbauer Schindler Fenster & Fassadenbau (Roding) umsetzte, spielt das Redaktionsgebäude nicht nur optisch, sondern auch energetisch in der ersten Liga: Für die Klimatisierung wurde es bereits mit dem begehrten „Umweltzeichen Hafencity Gold“ bedacht – einer Auszeichnung für herausragendes „grünes“ Bauen. Das Zertifikat wird vergeben für den nachhaltigen Umgang mit Energie und öffentlichen Gütern, den Einsatz umweltschonender Baustoffe, die Berücksichtigung von Gesundheits- und Behaglichkeitsaspekten und für einen nachhaltigen Betrieb. In fast allen Fassaden des neuen Spiegel-Hauses kommt eine Dreifach-Wärmedämmverglasung (iplus E von Interpane) in Pfosten-Riegel-Konstruktion zum Einsatz. Im Erdgeschoss, in der hochtransparenten Structural Glazing Fassade im Mittelteil des Gebäudes und im großflächigen Dach sorgt ipasol neutral 68/37 Sonnenschutzglas für eine neutrale Durchsicht und eine hervorragende Energiebilanz. Durch den niedrigen Gesamtenergiedurchlassgrad (g-Wert = 37 Prozent nach EN 410) erhitzen sich die dahinter liegenden Räume bei Sonneneinstrahlung weniger und auf eine außenliegende Verschattung konnte verzichtet werden. Zudem gelangt besonders viel Tageslicht (TV = 68 Prozent) in die Räume. Die Lichtreflexion außen ist sehr gering, was zu einer besonders farbneutralen Außenansicht und maximaler Transparenz führt. Ebenfalls niedrig ist die Innenreflexion des Glases – und die Durchsicht nach außen somit hervorragend, auch bei Innenbeleuchtung. Das nebenstehende Kontor wird durch iplus E Zweifach-Wärmedämmverglasung und ipasol neutral 68/37 Sonnenschutzverglasung geschützt.

Auch das Heiz- und Kühlkonzept ist ausgeklügelt: Wärmetauschende Erdsonden und Photovoltaik-Anlagen senken den Verbrauch an nicht-regenerativer Energie, die Glasfassade wird auf natürlichem Wege hinterlüftet – das macht sowohl Klimaanlagen wie auch herkömmliche Heizkörper überflüssig. Heiz- und Kühlsegel an den Raumdecken der Büros regulieren das Raumklima durch milde Abstrahlung, die das Wohlbefinden steigert. So wird das gesamte Gebäude umweltschonend und komfortabel beheizt und gekühlt, ohne dass zum Beispiel auf das manuelle Öffnen der Bürofenster verzichtet werden muss.

Pufferzone aus Licht und Frischluft

Das alle Stockwerke überspannende, glasüberdachte Atrium (ipasol neutral 68/37 Sonnenschutzverglasung) erzeugt im Innenraum eine turmhohe Säule aus Licht und Luft, umrahmt von Galerien. Bewegen sich die Mitarbeiter zwischen den Büros oder über die zahlreichen Brücken und Treppen von Stockwerk zu Stockwerk, ist jederzeit ein freier Blick in den Himmel möglich. Den Architekten gelang es so, ein perfektes Bild von Transparenz, Vernetzung und Kommunikation zu schaffen. Das Farbkonzept im Inneren des Gebäudes ist geprägt von weißen, oftmals mobilen Innenwänden, grauen Teppichböden und viel naturbelassenem Holz. Allein die schon beinahe legendäre „Farbexplosion“ der Snackbar aus dem alten Gebäude fällt bewusst aus dem Rahmen. Diese Hommage an frühere Zeiten verfrachteten die Planer ins fünfte OG: Farbige Stoffprismen, Wand- und Pendellampen, vorwiegend mutig in Orange und Lila. Es ist zu vermuten, dass dies der Ort sein wird, an dem frische Volontäre fortan mit den Mythen der Spiegel-Geschichte vertraut gemacht werden. Alternativ bietet sich dazu die Kantine im Erdgeschoss an – mit ihrer Terrasse direkt am Wasser.

Quelle: Henning Larsen Architects/interpane.com