29.10.2015

EWK Umwelttechnik optimiert Abgasreinigungssystem im Werk Guardian, Oroshaza, Ungarn

Bereits vor einigen Wochen hat EWK Umwelttechnik mit dem Engineering und der Designkon-struktion für die Erweiterung des bestehenden Abgasreinigungssystems der Glasschmelz-wanne begonnen.

Guardian setzt hierbei die europäische Richtlinie für zukünftig einzuhaltende Grenzwerte um. Dies bedeutet Reduktion von Schwefeldioxid, Partikel und Stickoxide als NOx.
Der Auftrag beinhaltet die Optimierung der bereits vorhandenen Sorption zur weiteren Redu-zierung von Schwefelverbindungen und Chloriden. Hierzu wird das vorhandene einstufige System ersetzt durch ein zweistufiges System, bestehend aus separatem Abgaskühler mit nachfolgender Trockensorption durch Kalkstaubeinblasung und anschließender Konditionie-rung. Der nachfolgend bereits bestehende Heißgas-Elektro-Filter zur Partikelabscheidung wird ebenfalls optimiert, so dass der emittierte Staub- und Schwefelgehalt den neuen europäischen Richtlinien entspricht bzw. diese unterschreitet.

Das verfahrenstechnische System für die Trockensorption mit Konditionierung durch einen Kugelrotor wurde für diesen Anwendungsfall weiterentwickelt. Das Zweipass-Verfahren ge-währleistet einerseits eine lange Verweilzeit des Sorptionsmittels im Abgas und andererseits beim Durchgang durch den Kugelrotor eine weitere Verwirbelung durch Reaktivierung von Partikeln im Flugstrom. Hierdurch wird der Bedarf an Sorptionsmittel optimiert und der Wir-kungsgrad verbessert.

Die Partikelfiltration erfolgt bei 380 – 420 °C durch den vorhandenen 3-stufigen elektrostati-schen Filter als Vorabscheider. Durch Anbau eines 4. elektrostatischen Feldes welches strö-mungstechnisch der vorhandenen Geometrie angepasst ist, wird die Abscheidefläche mehr als verdoppelt, um Partikelwerte von < 10 mg/Nm³ zu erreichen.

Vollkommen neu ist die Anforderung zur Reduktion der Stickoxide als NOx. Hierzu erfolgt die Installation einer Selektiv-Catalytischen-Reduktionsanlage (SCR-System), basierend auf dem ewkat®-Verfahren der EWK Umwelttechnik. Durch dieses katalytische System, in Verbin-dung mit Ammoniak als Reaktionsmittel, werden die Stickoxide dauerhaft unter die Grenzwerte der neuen Richtlinien reduziert. Das EWK-System setzt insbesondere auf strömungstechnisch optimierte Einbindung des Katalysators und einer ausreichend langen Verweilzeit. Im Gegensatz zu anderen Anlagen wird ein horizontales System präferiert, welches zu War-tungszwecken durch große seitliche Zugangsöffnungen wesentliche Vorteile bietet. Auch die Wechsel bzw. die Bestückung der einzelnen Katalysator-Reihen erfolgt mit einfachen Mitteln von oben. Hierzu sind die Katalysatorelemente mit speziellen Hochtemperatur-Dichtmanschetten versehen, welche als Glasfaserstümpfe „gestrickt“ und wie Socken über die einzelnen Elemente gezogen werden. Hiermit wird eine hohe Dichtigkeit erreicht. Die Elemente werden anschließend in Racks zu einer Einheit zusammengefasst. Die Größe dieser Racks richtet sich je nach Notwendigkeit von 36 bis zu 100 Elementen je Einheit.
Die Racks wiederum werden im Katalysator-Gehäuse durch Anpressvorrichtungen abgedich-tet. Ammoniakschlupf durch Leckage wird hierdurch verhindert, damit auch dieser Grenzwert eingehalten werden kann..

Die Um- und Neubaumaßnahmen beginnen im 4. Quartal 2015 und werden bis Ende des
1. Quartals 2016 abgeschlossen sein.

Guardian setzt damit den bereits eingeschlagenen Weg zur Nachhaltigkeit im Umweltschutz fort.

Quelle: EWK Umwelttechnik GmbH/ewk.de