25/09/2013

Farbige Gläser werten Räume ästhetisch auf

Glas und Farbe – eine Verbindung mit besonderer Ausstrahlung. Auf keinem anderem Untergrund haben Farben eine solche Leuchtkraft und Tiefenwirkung wie auf Glas. Das macht farbiges Glas in der Innenarchitektur zu einem äußerst vielseitigen Gestaltungselement. Die Wirkung farbiger Gläser ist von verschiedenen Faktoren wie Herstellungsart, Farbauftrag und Basisgläsern abhängig.

Farben haben die Phantasie schon immer beflügelt. Sie transportieren Emotionen, schaffen Sicherheit und geben Richtungen vor. Die Verbindung mit Farbe gibt Glas zusätzliche Dimensionen, die die Einsatzmöglichkeiten erweitern, indem sie mit den Aspekten Transluzenz, Dekor und Undurchsichtigkeit spielen. Die Kombination aus Funktionalität, Ästhetik und Wirkung macht farbiges Glas zu einem idealen Material für nahezu alle Einsatzbereiche im Innenraum, von Wohnzimmer über Arbeits- und Schlafzimmer bis zu Küche oder Bad.

Die Farbe kann auf unterschiedliche Arten auf das Glas gelangen. Glas kann lackiert, bedruckt, emailliert, sandgestrahlt oder folienbeschichtet werden. Und all das ohne seine konstruktiven Eigenschaften zu verlieren. In Verbund-Sicherheitsgläsern, die durch die Folien zwischen den Scheiben ein Höchstmaß an Verletzungsschutz bieten, können zudem die Folien die gestalterische Funktion übernehmen. Die unterschiedlichen Techniken erlauben es nahezu jede Gestaltungsidee umzusetzen. Ob vollständig farbig, mit wiederkehrenden Mustern oder individuellen Motiven, ob künstlerisch, dekorativ und/oder als Teil eines Designkonzeptes, mit farbigen Gläsern lassen sich einzigartige Raumwirkungen erzielen.

Farbe auf Glas
Die dauerhafte farbige Beschichtung von Glas erfolgt mit Emailfarben (keramischen Farben). Keramische Farben sind niedrigschmelzendes, eingefärbtes Glaspulver (Fritte). Zur Farbgebung werden Mineralien bzw. Mineralverbindungen beigemischt. Damit können fast alle Farbtöne ähnlich den RAL-Farben erstellt werden. Die Standardfarben der Emailgläser sind umweltverträglich und entsprechen den gesetzlichen Vorgaben der EG-Richtlinie RoHS/2002/95 zur Reduzierung von Schwermetallen wie Blei und Cadmium. Die Farbe wird durch Siebdruck, Digitaldruck, Lackierung im Sprühkammerverfahren oder durch Flächenbeschichtung auf das Glas aufgebracht. Bei der Flächenbeschichtung wird die Farbpaste mittels einer Walzenstraße gleichmäßig ganzflächig aufgetragen. Die Emailwalze ist mit einer feinen Struktur zur Farbaufnahme versehen, diese Struktur prägt sich bei der Aufbringung des Emails in die Farbe ein. Sie ist sehr fein und bei Durchsicht ohne Hinterleuchtung nicht sichtbar.

Für bedruckte Gläser wird die Farbgebung für einzelne Motive oder Muster durch Siebdruck- oder Digitaldrucktechnik auf die Glasoberfläche aufgetragen. Während beim Digitaldruck eine Dateivorlage automatisch im Inkjet-Verfahren sofort gedruckt werden kann, muss speziell bei der Siebdrucktechnik für jedes einzelne Motiv bzw. jede einzelne Farbe ein gesondertes Sieb vorbereitet werden. Bei der Variante als Randemalit (REM) der Randbeschichtung, wird die Farbpaste mittels Airless-Pumpen automatisch mit einstellbaren Schichtdicken und einstellbarer Randbreite aufgetragen. Im Anschluss an den Farbauftrag wird bei allen Verfahren die Farbe durchlaufgetrocknet und dann während des thermischen Vorspannprozesses eingebrannt. Das verleiht dem Glas eine hohe Belastbarkeit und Temperaturwechselbeständigkeit und die Farben bleiben dauerhaft stabil. Mit speziellen Farbrezepturen ist es möglich, Farbtöne außerhalb der Standardfarbpalette zu entwickeln. Diese müssen separat bemustert werden.

Farbwirkung
Wie Farben in Räumen wirken, ist von mehreren Faktoren abhängig. Beim Auftrag von Farbe auf Dekorgläser beispielsweise ergibt das Zusammenspiel von Farbe und Struktur eine einzigartige Tiefenwirkung. Zudem lassen sich Muster und Motive mit Sieb- und Digitaldruck auf einem Email-Hintergrund anderer Farbe aufbringen. Ausdrucksvolle Gestaltungen lassen sich auch durch verspiegelte, metallisch glänzende oder steinähnliche Oberflächen erzielen. Je nach Glasdicke können die Farben durch die Eigenfarbe des Glases variieren. Um eine gleichmäßige Farbgestaltung zu erreichen, sollten die Glasdicken deshalb innerhalb eines Projektes gleich sein. Farbvarianten ergeben sich auch durch die unterschiedlichen Eigenschaften des Trägerglases. Auf Floatglas oder in der Masse gefärbtem Glas kommen die Farbe und der Glanz des Glases gut zur Geltung. Durch Verwendung von extraweißem Glas wird der visuelle Eindruck der Farbe so wenig wie möglich beeinflusst.Unterschiedliche Schichtdicken der Farben und sehr kleine Fehlstellen können bei der Betrachtung gegen das Licht sichtbar werden. Vollflächig opak emailliertes Glas sollte deshalb, wenn möglich, vor einer opaken Wand angebracht und nicht hinterleuchtet werden. Sofern trotzdem eine solche Einbausituation oder hohe Anforderungen an die optische Dichtheit bestehen, sind Einzelentwicklungen bzw. Hinterlegungen mit einer zweiten Emailschicht bzw. bei Digitaldruck rückseitig ein blickdichter Schutzlack erforderlich. Dies kann auch notwendig sein zur Abdeckung von Verklebungen oder am Isolierglas-Randverbund, wenn dunkle Kleber oder der Butylauftrag hinter der Dekorschicht bei hellen Farben durchscheinen bzw. als dunkle Linie sichtbar werden. Für den Einzelfall empfiehlt sich eine Bemusterung.

Bunte Vielfalt
Ganz gleich, welche Art von farbigen Gläsern eingesetzt werden – ästhetisch anspruchsvolle Lösungen, die Funktionalität und Designaspekte vereinen, lassen sich problemlos ermöglichen. Ob klassische Farben wie Reinweiß, Schwarz, Silbergrau und Feuerrot, Pastelltöne oder satte Fruchtfarben, die Glasveredler der CLIMAplusSECURIT-Partner sind in der Lage, jeden Farbwunsch in bunter Vielfalt zu realisieren.


Quelle: Saint-Gobain Glass Deutschland GmbH/saint-gobain.de