GLASBEARBEITUNG MIT LASERTECHNIK - DAS MOTIV IM FOKUS

Gläser können auf unterschiedliche Weise mit Mustern und Dekoren versehen werden. Weit verbreitet sind Ätz- oder Sandstrahlverfahren, mit denen das Glas mattiert und strukturiert wird. Eine interessante Alternative dazu ist die Bearbeitung mittels Lasertechnik, die es erlaubt, Flachgläser individuell, präzise und äußerst vielseitig zu gestalten.

Ornamentale Ranken, präzise Schriftzüge oder erschreckend detailreiche Raubtiere: Diese wie geätzt oder gedruckt wirkenden Motive auf Glas sind mit Lasertechnik auf das Glas aufgebracht worden. Ein Verfahren, das der CLIMAplusSECURIT-Partner Hoog & Sohn bereits seit einigen Jahren erfolgreich und aus Überzeugung anwendet, denn „es ist immer wieder spannend zu beobachten, wie detailgetreu die ausgewählten Motive auf dem Glas wiedergegeben werden“, so Johannes Loose, Geschäftsführer des Unternehmens. Beim Laserglas werden die Glasoberflächen mit einem Laserstrahl mattiert, ähnlich einer Ätzung oder Sandstrahlung. Der Strahl erzeugt sehr kleine Perlen auf der Glasoberfläche, vergleichbar den einzelnen Pixeln eines gedruckten Bildes. Durch die variable Anordnung dieser Perlen können feinste Strukturen und unterschiedlich dichte Flächen gestaltet werden. Zudem kann begehbares Glas mithilfe des patentierte Lasergrip®-Verfahrens mit rutschhemmenden Eigenschaften versehen werden.

Die Oberflächenbearbeitung erfolgt hauptsächlich mittels CO2-Laser und lässt sich auf allen am Markt verfügbaren Flachglasprodukten ohne Einschränkung anwenden. So lassen sich alle Glasoberflächen und viele Beschichtungen strukturieren. Die Mattierung erfolgt durch ein Anschmelzen der Glasoberfläche mit dem Laser. Derart mattierte Glasflächen sind daher weniger empfindlich für Fingerabdrücke und Verschmutzungen als z. B. Glasflächen, die mittels Sandstrahlung oder Ätzung aufgeraut werden. Weitere Vorteile gegenüber den genannten Verfahren sind die Präzision, sichere Arbeitsabläufe und die thermisch erzeugte Oberflächenbeschaffenheit. Zudem entfällt der hohe Aufwand, die Aufbereitung und die Entsorgung der zum Teil umwelt- und gesundheitsschädigenden Stoffe.

Neben dem Mattieren können Dekore auch durch Entschichtung entstehen. Dafür werden mit dem Oberflächenlaser Lacke, Spiegelschichten, eingebrannte oder noch nicht eingebrannte Emaille, Low E-Schichten oder auch leitfähige Schichten abgetragen und strukturiert. Der Laserabtrag kann den lithografischen Siebdruck ersetzen und ermöglicht eine flexible und wirtschaftliche Produktion bedruckter Gläser bei wechselnden Designs und großen sowie kleinen Stückzahlen. Auch Bemusterungen können auf diese Weise schnell und effizient durchgeführt werden, weil keine Zwischenschritte mehr erforderlich sind.

Eine raffinierte Variante ist Laserglas, das über die Glaskanten beleuchtet wird. So lassen sich gezielt Akzente bei der Raumgestaltung setzen. Laserglas mit LED-Beleuchtung kann auch zu Dreifach-Isolierglas aufgebaut werden und ist mit der gelaserten Scheibe in der Mitte sogar in der Fassade einsetzbar. Interessante Wirkungen im Innenbereich erzielen Spiegel mit LED-Beleuchtung, die rückseitig gelasert werden. Gelasertes Glas kann zu Verbund- oder Verbund-Sicherheitsglas weiterverarbeitet werden und eignet sich damit auch als frei stehende Trennwand. Ob Möbel, Duschwände oder Wandverkleidungen, ob im Innen- oder im Außenbereich: mittels Laserstrahlung bearbeitete Gläser verleihen Räumen und Orten durch ihre besondere Ästhetik eine faszinierende Ausstrahlung und erlauben so einen neuen Blick auf Glas.
Quelle: Compagnie de Saint-Gobain