11.07.2013

GLASTIK 5.0 Standard – die Glas-Software im Wandel der Gesetze

Mit der ersten, gesetzlichen Reglementierung der Glasstatik im Bau Anfang der neunziger Jahre des letzten Jahrhunderts, der Überkopfrichtlinie, beginnt der Werdegang von Glastik. Mit dem Übergang dieser Richtlinie in die heute noch gültige TRLV erhöhten sich die Anforderungen, die mit Verschärfung und Inkraftsetzung der DIN 1055 in 2007 nochmals anzupassen waren. Jeweilige Updates stellten für die Glastik-Kunden das gesetzlich Geforderte sicher.
Mit der Einführung der DIN 18008 lässt sich eine Anpassung nicht mehr realisieren. Das gänzlich geänderte Bemessungskonzept fordert einen extremen Rechenaufwand zur Dimensionierung der Scheiben unter den jeweils anzusetzenden Lastannahmen. Damit ist Glastik 5.0 Standard keine Weiter-, sondern eine komplette Neuentwicklung. Geprüft wurde sie bereits durch externe Ingenieure und Ende des letzten Jahres durch die TU Darmstadt im Auftrag des Bundesverband Flachglas. Dabei stellte sich neben der besonderen Anwenderfreundlichkeit durch intuitive Userführung eine 100 %ige Normkonformität heraus, was dem BF als Nachweis für seine Mitglieder wichtig war.
Glastik Standard ist dabei nach wie vor eine Glasdimensionierungs-Software, die zur Bedienung keinerlei statische Grundkenntnisse erfordert und die keine Fehler bei der Bedienung zulässt.
Was kann Glastik 5.0 Standard als Basismodul und wie kommen die Zusatzmodule zum Einsatz?
Glastik 5.0 Standard erfüllt im Basismodul die Anforderungen der DIN 18008 in den Teilen 1 und 2 sowie auch die der noch gültigen TRLV, wahlweise auf Knopfdruck. Hilfreich bei der nun anstehenden gesetzlichen Übergangsphase in den einzelnen Bundesländern sowie für späteres Nachvollziehen. Für die Teile 3 – 5 der neuen DIN benötigt man Glastik 3.0 Professional, eine gänzlich weitreichendere Software für den konstruktiven Glasbau.

Um die hervorragende Anwenderfreundlichkeit zu wahren, arbeitet Standard mit anerkannten Näherungsmethoden, die je nach Lastannahmen handelsübliche Gläser ab 3 mm Dicke dimensionieren. In der Basisversion werden dabei alle vertikal bis horizontal, linienförmig gelagerten Verglasungen aus Einfach-, Verbund- oder Zweifach-Isolierglas in Abhängigkeit der Einwirkungen von Wind-, Sog-, Schnee-, Eigen- und Klimalast ermittelt. Dabei wird der Anwender intuitiv an jede geforderte Eingabeinformation zur Berechnung geführt, so dass Grundkenntnisse kaum erforderlich sind. Die Ermittlung wird auf einem einseitigen Ausdruck als PDF oder auf Papier wiedergegeben. Dabei ist es möglich, die Glasdicke entweder vorzugeben, um zu prüfen, ob diese den Belastungen standhält, oder aber die Glasdicke ermitteln zu lassen. Selbstverständlich können alle Berechnungsdaten über eine Objektverwaltung weg geschrieben und archiviert werden.
Die Software gibt es als Einzelplatz-Variante auf CD-ROM zur Installation auf einem Rechner oder auf Stick ohne Installation, um rechnerunabhängig zu sein. Arbeiten mehr als ein Anwender gleichzeitig mit der Software, wird eine Netzwerkversion erforderlich, deren Preisgestaltung davon abhängt, an wie vielen Standorten des Unternehmens wie viele Anwender zugreifen sollen. Diese Variante gibt es nur auf CD und muss auf dem Zentralrechner installiert werden.
Zur Anpassung der Bedürfnisse jedes einzelnen Betriebes oder Anwenders ist Glastik 5.0 Standard modular aufgebaut, so dass die Leistung des Basismoduls jederzeit durch Zusatzmodule ergänzt werden kann:
3-fach-Iso
Der Markt verlangt stetig steigend Isoliergläser aus drei Einzelscheiben. Dabei entstehen zwei Scheibenzwischenräume, die gänzlich anders reagieren als der eine bei 2-fach-Isolierglas. Wer sich also verstärkt mit 3-fach-Iso konfrontiert sieht, kann jederzeit das Modul zusätzlich erwerben, um damit dauerhaft auch diese Verglasungen zu berechnen.

Linienlasten
Hierbei gesellt sich die Linienlast zu denen des Basismoduls, um Teilanforderungen der Absturzsicherung nach der heutigen TRAV respektive des künftigen Teils 4 der DIN 18008 sowie den vereinfachten Nachweis der Stoßfestigkeit zu erfüllen. Gleichzeitig können auch kurzzeitig betretbare Verglasungen, beispielsweise zu Reinigungszwecken mit den ebenso enthaltenen konzentrierten Lasten, bestimmt werden.
Geodätische Daten
Grundsätzlich müssen zur Berechnung des Glases die Wind- und Schneebedingungen des Objektstandortes sowie bei Isolierglas auch die Ortshöhen von Produktions- und Einbauort definiert werden. Da es oftmals zeitaufwendig ist, diese Daten zu ermitteln, bietet dieses Modul die Möglichkeit, alleine über die Postleitzahl oder den Ortsnamen diese Werte im Programm zu fixieren. Das heißt, neben der Gebäudespezifikation muss nur die PLZ bekannt sein. Derzeit gibt es diese Arbeitserleichterung für Deutschland, Österreich und die Schweiz.
Randverbund / SZR-Einbauten
Diese zwei speziellen Module wurden exklusiv für Isolierglas-Hersteller geschaffen. Beim „Randverbund“ lässt sich – derzeit für Zweifach-Iso – die Belastung des Randverbundes ermitteln, um beispielsweise über typografische Hindernisse hinweg sicher Isolierglas transportieren zu können.
Beim Modul „Einbauten im SZR“ wird bei Integration von beweglichen und starren Elementen im Isolierglasgefüge, wie Sprossen oder Jalousien, die exakte Dimensionierung des Scheibenzwischenraumes ermitteln, um bei Lasteinwirkung Kontakte zu vermeiden. Zur Dokumentation wirft das Programm dann eine detaillierte Betrachtung des spezifischen Anwendungsfalls aus.

Randklemmhalter
Bei gezielten Berechnungen für Einfach- und Verbundverglasungen in 4-fach geklemmter Ausführung zu Ausfachungen, wie z. B. bei Balkonbrüstungen, hat sich dieses Modul mittlerweile vielfach bewährt.
Experten-Ausdruck
Wie bereits erwähnt, wirft die Basissoftware einen einseitigen Ausdruck als Ergebnis der Berechnung aus. Damit werden die programmtechnisch ermittelten Resultate jeder Glasermittlung eindeutig dokumentiert. Wer allerdings einen tieferen Einblick wünscht und die einzelnen Rechenprozesse sowie Lastannahmen überprüfen möchte, dem steht mit diesem Experten-Ausdruck eine umfangreiche Dokumentation zur Verfügung.
Firmenlogo
Sowohl auf Papier als auch als PDF macht sich jede weitergegebene Dokumentation besser, wenn der Absender sauber deklariert ist. Dieses Modul bietet die Möglichkeit, auf jeder Seite in der oberen, rechten Ecke das eigene Firmenlogo mit vollständiger Adresse zu platzieren. Dazu ist bei Bestellung einmalig die Überlassung des Eindruck-Wunsches notwendig (Logo im Format TiF, JPG oder BMP).
BauPVo
Derzeit entsteht auf vielfachen Kundenwunsch ein weiteres Modul, das neben der Glasdicke auch die licht- und wärmetechnischen Aspekte einer Verglasung ermittelt, um so einfach eine korrekte Leistungserklärung nach BauPVo erstellen zu können. Zur Fertigstellung einer solchen Software ist die Unterstützung der Basisglasindustrie mit diversen Wertevorgaben zu deren marktrelevanten Gläsern notwendig. Dies als auch die Tatsache, dass vor Marktreife eine Zertifizierung der Software durch ein qualifiziertes Prüfinstitut gefordert wird, lässt derzeit noch keine exakte Terminierung zur Markteinführung zu.

Wem alle diese Möglichkeiten von Glastik 5.0 Standard zur Ermittlung der Glasdimensionierung doch noch nicht ausreichen, weil Ausschnitte oder Bohrungen die Scheiben beeinflussen, weil keine linienförmige Lagerung vorgesehen ist oder weil exotische Formen die Verglasung prägen, dann steht Glastik 3.0 Professional zur Verfügung. Eine Software nach „Finite Elemente“-Methode, die gewisse statische Vorkenntnisse zur Bedienung voraussetzt, dafür aber auch alle Teile, derzeit 1 – 5, der DIN 18008 erfüllt.

Quelle: mkt