21.01.2014

Isolierglas: Keine Angst vor flüchtigem Gas!

Wie dicht ist der Scheibenzwischenraum? Vor Kurzem hatten wir ein interessantes Gespräch mit einem Schreiner und Architekten. Er wollte von uns eine Auskunft zur Lebensdauer von Isoliergläsern und zur Gasdichtigkeit von ISO-Einheiten.

Konkret wollte er wissen, wie lange es dauert, bis das Argon-Gas, mit dem man den Scheibenzwischenraum (SZR) zur besseren Wärmedämmung füllt, aus dem SZR wieder entweicht.Seine Frage: Verpuffen die Edelgase nach 3,6, 10 und 15 Jahren aus dem SZR. Und welche Auswirkungen hat das auf den U-Wert der ISO-Einheit?

Die gute Nachricht: So schnell entleert sich der SZR beim ISO nicht: Bei einem korrekt gefertigten Isolierglas ändert sich der Ug-Wert in den ersten 20 bis 25 Jahren nur minimal. Sprich, er wird lediglich nur um etwa 0,1W/m²K schlechter. Dieser Zeitraum wir allgemein als Lebensdauer eines Isolierglases angenommen. Ist die Gasverlustrate höher, hat der Hersteller etwas falsch gemacht oder die Scheibe wurde beschädigt.

Warum verliert aber ein Isolierglas überhaupt Gas?
Der Randverbund der ISO-Einheit lässt sich mit den aktuellen Fertigungsmethoden nicht hermetisch abschließen. Dadurch diffundiert das Füllgas aus dem SZR aus. Die erlaubte Gasverlustrate beträgt 1% pro Jahr (nach DIN EN 1279-3 Abschnitt 4.1). Das bedeutet:

a) Wenn ein 2-fach-ISO (4-16-4, Emissivität 3% und mit 90% Argon Gasfüllgrad) einen Ug-Wert =1,1W/m²K besitzt verliert es in 25 Jahren ca. 25% Gas. Das Ergebnis: der Gasfüllgrad sinkt auf 65%, der Ug liegt dann bei 1,2 W/m²K.

b) Wenn ein 3-fach-ISO (4-12-4-12-4, Emissivität 3%, Beschichtungen auf Position 2+5 und 90% Argon Gasfüllgrad) einen von Ug =0,7 W/m²K besitzt verliert es ebenfalls in 25 Jahren 25% Gas. Das Ergebnis: der Gasfüllgrad sinkt auf 65%, der Ug liegt dann bei 0,8W/m²K.

Demnach kann man also guten Gewissens behaupten, dass ein modernes Isolierglas im Laufe seines 20 bis 25 Jahre langen „Lebens“ lediglich 0,1 W/m²K schlechter wird.

Quelle: Glaswelt