02.03.2015

Mit Digitalisierung zu mehr Produktivität in der Industrie

Die Digitalisierung hat sich zum entscheidenden Wachstumshebel in nahezu allen Branchen der Industrie entwickelt. Als zentraler Schlüssel zu mehr Produktivität, Effizienz und Flexibilität steht sie im Mittelpunkt des Auftritts von Siemens auf der Hannover Messe 2015. „Heute sind echte Effizienzsprünge nur noch zu erreichen, wenn wir Systeme und Prozesse entlang des gesamten Produkt- und Produktionslebenszyklus eng miteinander verzahnen und optimieren. Die Digitalisierung eröffnet produzierenden Unternehmen ganz neue Möglichkeiten, Produkte und Lösungen schnell und effizient zu entwickeln und zu fertigen. Wer diese Chancen konsequent nutzt, besitzt entscheidende Wettbewerbsvorteile“, sagte Anton S. Huber, CEO der Division Digital Factory, auf der Pressekonferenz im Vorfeld der Messe. Unter dem Motto „On the way to Industrie 4.0 – Driving the Digital Enterprise“ wird Siemens auf 3.500 Quadratmetern in Halle 9, Stand D35 verschiedenste Lösungen und Produkte aus den konzernweiten Wachstumsfeldern Elektrifizierung, Automatisierung und Digitalisierung ausstellen. Dabei wird die Einbindung erneuerbarer Energien in das Energiesystem ebenso betrachtet wie eine Vielzahl industrieller Lösungen wie Totally Integrated Automation (TIA), Integrated Drive Systems (IDS), Industriesoftware sowie datenbasierte Services. Im „Digitalisierungsforum“ seines Messestandes präsentiert das Unternehmen außerdem konkrete Anwendungsbeispiele für digitale Technologien in der Fertigungs- und Prozessindustrie sowie im Maschinenbau.
Besonders den Kunden in der Fertigungsindustrie bietet Siemens unter dem Begriff der „Digital Enterprise“ eine zukunftsfähige Plattform auf Basis leistungsstarker Softwaretechnologien, um die umfänglichen Anforderungen von Industrie 4.0 in den kommenden Jahren erfüllen zu können. „Der komplette Produkt- und Produktions-Lifecycle lässt sich bereits heute durchgängig integrieren. Damit erhöhen wir die Produktivität und Effizienz unserer Kunden und stärken somit ihr Geschäft“ erklärt Anton S. Huber. Besondere Aufmerksamkeit richtet Siemens dabei auf die Verschmelzung der virtuellen mit der realen Welt: „Die digitale Fabrik ist keine Vision mehr. Schon heute tragen wir einen bedeutenden Teil dazu bei. Unsere Softwarelösung Teamcenter fungiert als zentraler Data Backbone. Entscheidend für eine bessere Fertigung mit mehr Effizienz und einer kürzeren Time-to-Market ist die vollständige digitale Abbildung der gesamten Wertschöpfungskette eines Unternehmens“, so Anton S. Huber.

Nachhaltige Lösungen für die Prozessindustrie

Auch in der Prozessindustrie geht Siemens neue Wege. „Die aktuellen Markttrends gehen in Richtung Modularisierung, die digitale Abbildung der Produktionsschritte und die Kommunikation der einzelnen Maschinen in der Anlage untereinander“, sagte Peter Herweck, CEO der Division Process Industries and Drives. „Mit unserem Portfolio für die Prozessindustrie bieten wir nachhaltige Lösungen von der Konzeption über das Engineering bis hin zur Instandhaltung und Modernisierung.“ Im Digitalisierungsforum des Messestandes zeigt ein Flüssigkeitskreislauf die digitale Integration einer Komponente in die vorhandene Anlage. Die Planung und das Engineering mit der Softwarelösung Comos in Verbindung mit dem Prozessleitsystem Simatic PCS 7 ermöglichen die Zusammenführung von Daten aus dem Engineering und der Automatisierung. Mit Comos Walkinside wird diese Integration realistisch in 3D visualisiert.

Ein wichtiger Schritt zur digitalen Anlage ist die vereinfachte Verwaltung in industriellen Netzwerken. Siemens präsentiert dazu mit „Effortless Communciation“ auf der Hannover Messe 2015 ein aktuelles Projekt. Die Vergabe von Adressen aus dem Engineering wird dabei in die Automatisierungsgeräte verlagert. So können sich Geräte selbst eindeutige Adressen automatisch zuweisen, ohne dass eine zentrale Instanz wie ein Adress-Server erforderlich ist. Darüber hinaus vereinfacht das System den Einsatz von Fernwart ungsservices (Remote Service) und erhöht deren Sicherheit. Die Ergebnisse des Projekts könnten beim Aufbau und Betrieb von zukünftigen Produktionsnetzwerken eingesetzt werden.

In der Antriebstechnik präsentiert Siemens neue Komponenten des „Integrated Drive Systems“ (IDS). Simotics-Reluktanzmotoren mit maximaler Energieeffizienz und höchster Dynamik, eine neue Achshöhe der Niederspannungsmotoren Simotics FD sowie die modularen Hochspannungsmotoren Simotics HV M erweitern das umfangreiche Portfolio. Herweck: „Unsere Kunden aus den Prozessindustrien müssen heute mit einem hohen Maß an Komplexität umgehen und dabei maximale Energieeffizienz anstreben Mit IDS bieten wir ein umfangreiches und durchgängiges Angebot an integrierten Antriebssystemen: Nahezu jede Siemens-Antriebskomponente lässt sich nahtlos in jedes Antriebssystem, jede Automatisierungsumgebung und in den gesamten Lebenszyklus der Anlage integrieren. Damit verbessern wir den gesamten Workflow über alle Schritte der Wertschöpfungskette hinweg.“ Weil die Antriebe mit der Steuerungs- und Fertigungsebene durchgängig vernetzbar sind, werden intelligente, selbstoptimierende und autonome Fertigungsabläufe möglich.

Zukunftsfähige und wirtschaftliche Stromversorgung

Um die zunehmende Komplexität der Energiesysteme zu beherrschen, die sich aus der vermehrten Integration von erneuerbaren Energien ergeben, müssen diese in den nächsten Jahren flexibler und intelligenter werden. Auch industrielle Stromnetze werden somit digitaler, das heißt mehr Messung, Automatisierung, Steuerungs- und Regelungsmöglichkeiten erhalten. Industrieunternehmen sehen im Zuge dieser Digitalisierung neuen Herausforderungen entgegen, um die Energieeffizienz ihrer Anlagen zu erhöhen, die Versorgungssicherheit zu gewährleisten und mit modernen Schutzkonzepten die komplexer werdenden Anlagen und Systeme gegen Überlast oder Kurzschluss zu sichern. Dafür werden intelligente Hard- und Softwareprodukte wie Monitoring-Systeme und Messgeräte benötigt: Ein durchgängiges Energiemanagement in der Liegenschaft ist gefragt. Die zunehmende dezentrale Energieerzeugung auch in der eigenen Anlage verändert darüber hinaus das Zusammenspiel von Industrieunternehmen und Stromanbietern. Dies erfordert neue Planungs- und Energie-Managementkonzepte für Netze und Anlagen, um eine robuste und kostenoptimierte Energieversorgung sicherzustellen. „Mit Totally Integrated Power (TIP) bieten wir ein umfassendes Paket für eine zukunftsfähige und wirtschaftliche Stromversorgung mit intelligenten und digitalen Lösungen von der Planung bis zum Betrieb“, so Ralf Christian, CEO der Division Energy Management. Mit TIP hat Siemens sein Portfolio für die Energieverteilung gebündelt und bietet speziell Industrieunternehmen ganzheitliche Lösungen an, mit denen sich Energiesysteme wirtschaftlich planen, steuern, schützen und optimieren lassen. Diese umfassen Software und Hardware-Produkte, -Systeme und -Lösungen für alle Spannungsbereiche – von der Hochspannungseinspeisung bis zum Niederspannungsverbraucher, die sich dank intelligenter Schnittstellen in die industrielle Automatisierungstechnik integrieren lassen. In Hannover stellt Siemens als Teil seines Schutzkonzepts eine erweiterte Version des kommunikationsfähigen Kompaktleistungsschalters der Reihe 3VA für die Niederspannungs-Energieverteilung vor. Als Herzstück der elektrischen Energieverteilung stellen Kompaktleistungsschalter 3VA ausfallsichere, hochverfügbare Produktionsabläufe sicher. Für das Engineering stehen zudem umfangreiche Daten bereit. Diese können in alle gängigen Planungs- und Projektierungstools eingebunden werden.