14.07.2014

Thieme GmbH & Co. KG

Offene Digitaldruckplattform für eine barrierefreie Prozessentwicklung

THIEME 3020D Digitaldruckmaschine

Beim visuellen Drucken sind Digitaldrucksysteme Standard, allerdings gab es bisher keine Lösungen für spezielle Kundenanforderungen, insbesondere im industriellen Bereich. Mit der Entwicklung eines modularen Drucksystems, das sowohl Siebdruck- als auch Digitaldrucklösungen ermöglicht, will der Druckmaschinenhersteller Thieme diese Lücke schließen. Das neue System bietet dem Anwender umfangreiche Freiheitsgrade bei der Maschinenkonfiguration, bei Tintenauswahl und Tintenbezug.


Das neue Digitaldrucksystem, das im November letzten Jahres erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, basiert im Wesentlichen auf der Konstruktion der bewährten Thieme-Siebdruckmaschinen. Drucktisch und Materialtransportsystem sind weitgehend identisch, der Unterschied besteht vor allem im eingesetzten Druckwerk. Damit bietet Thieme anspruchsvollen Kunden eine offene Maschinenplattform an, die wahlweise mit Sieb- oder Digitaldruckwerk ausgerüstet werden kann. Dieser Ansatz folgt der Einschätzung, dass der Digitaldruck den Siebdruck bei vielen Anwendungen nicht ablösen, sondern ergänzen wird, da jede Drucktechnologie ihre spezifischen Vorteile besitzt. Auf der Basis dieses Konzepts wurde inzwischen eine erste Digitaldruckmaschinenreihe mit der Bezeichnung THIEME 3000 D realisiert.


Nicht nur bei der Drucktechnologie, auch bei den sonstigen Maschinenparametern wurde das Maschinenkonzept konsequent auf Flexibilität ausgelegt. Dies fängt bei den Drucktischen an, die durch schaltbare Vakuumfelder schnelle und unkomplizierte Formatwechsel – „von der Streichholzschachtel bis zur Hausfassade“ – ermöglichen. Auch unterschiedliche Automatisierungsgrade sind möglich: Neben einer manuellen Beladung des Drucktischs und der Entladung mittels Auszugsgreifersystem, wie sie bei der THIEME 3000 D vorgesehen ist, können im Rahmen des Konzepts auch höhere Automatisierungsgrade bis hin zur vollautomatischen Drucklinie realisiert werden. Auch bei den Substraten gibt es einen großen Spielraum: Mit dem für Multipassanwendungen geeigneten System lassen sich unterschiedliche Materialien (Papier, Kartonagen, Folien, Glas, Metall, Kunststoff) mit einer Dicke von bis zu 50 mm bedrucken.


Die einheitliche Maschinenbasis hat darüber hinaus den Vorteil, dass auch die üblichen Komponenten für den Materialtransport wie Anleger, Abstapler oder Fördersystem uneingeschränkt verwendet werden können. Ferner lassen sich verschiedene Grundmodule zu komplexen, kundenspezifisch konfigurierten Drucksystemen kombinieren – bis hin zu einer Siebdruck-Digitaldruck-Hybridlinie, welche die spezifischen Vorteile beider Drucktechnologien verknüpft.


Großer Spielraum für die Prozessentwicklung


Die Flexibilität des Konzepts setzt sich bei der Konfiguration des durch Thieme eigenständig entwickelten digitalen Druckwerks fort, das mit Druckköpfen von Konica-Minolta bestückt ist. Zahl und Anordnung der Druckköpfe sind variabel, die maximal erreichbare Druckauflösung beträgt 1600 x 2160 dpi. Bei der Auswahl des Tintensystems ist der Kunde nicht an einen bestimmten Zulieferer gebunden, sondern kann unter mehreren freigegebenen Systemen unterschiedlicher Hersteller auswählen. So wurden beispielsweise Tintensysteme der Hersteller Mankiewicz und SunJet für verschiedene Anwendungen geprüft und von Thieme freigegeben. Bei Bedarf stellt Thieme seine offene Entwicklungsplattform für die Validierung weiterer Systeme zur Verfügung, sodass zum Beispiel auch hauseigene Tinten des Kunden verarbeitet werden können. Anwender erhalten damit einen großen Spielraum für ihre eigene Prozessentwicklung. Ein weiterer Vorteil: Der Kunde bezieht die freigegebene Tinte anschließend nicht über Thieme, sondern direkt von seinem Tintenhersteller.


Mit dieser großen Bandbreite an Möglichkeiten reagiert Thieme auf die typische Vielfalt der Anforderungen an die Qualität und Produktivität, die sich von Industriezweig zu Industriezweig und oft auch von Kunde zu Kunde unterscheiden. Lösungen, die speziell auf die Kundenbedürfnisse abgestimmt sind, sind künftig nicht nur im Siebdruck, sondern auch im Digitaldruck realisierbar. Thieme kann eine technologieunabhängige Beratung anbieten und mit seiner flexiblen Maschinenplattform eine Alleinstellung im Markt des industriellen Drucks beanspruchen.


Quelle: http://www.thieme.eu/de/aktuelles_presse/188