Phoenix Solar schafft Umsatzwachstum und operativ schwarze Zahlen im Geschäftsjahr 2016

  • Konzernumsatz 2016 um 17 Prozent gestiegen
  • Erstmals seit 2010 wieder positives EBIT
  • Dank neuer Supply Chain: hervorragende Rohertragsmarge trotz fallender Marktpreise
  • Weiteres starkes Umsatz- und Ergebniswachstum für 2017 in Aussicht

Die Phoenix Solar AG (ISIN DE000A0BVU93), ein im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse notiertes, international tätiges Photovoltaik-Systemhaus, legt heute den vom Abschlussprüfer testierten und vom Aufsichtsrat gebilligten Konzernabschluss 2016 vor.

Umsatz und Absatz
Im Geschäftsjahr 2016 erzielte die Phoenix Solar AG Konzernumsatzerlöse von 139,2 Mio. EUR (2015: 119, 4 Mio. EUR) ein Anstieg um 16,6%. Insgesamt wurden weltweit Module mit einer Nennleistung von 153,7 MWp verbaut (2015: 98,7 MWp).

Segmentbericht: Die Vertriebsregionen
USA: Auch im Geschäftsjahr 2016 waren die USA die stärkste Vertriebsregion. Phoenix Solar erzielte dort Umsatzerlöse in Höhe von 108,7 Mio. EUR, ein Zuwachs um 10,7 Mio. EUR oder 11,0% (2015: 98,0 Mio. EUR). Wäre nicht für eines unserer Großprojekte erst mit achtmonatiger Verspätung, Mitte des vierten Quartals 2016, Baufreigabe erteilt worden, so wäre das Umsatzwachstum deutlich höher ausgefallen. Das Geschäft in den USA erbrachte eine Rohertragsmarge von 12,7% (2015: 7,5%). Mit Verbesserungen der Supply Chain und anderen internen Prozessen verbesserte Phoenix Solar die Ertragsstärke in ihrem wichtigsten Markt beträchtlich. Der Deckungsbeitrag der Region USA (Segmentergebnis) stieg auf 4,6 Mio. EUR (2015: 2,2 Mio. EUR). Zum 31. Dezember 2016 umfasste die Projekt- und Vertriebspipeline in den USA 252 MWp.
Middle East: Auch die Region Middle East erzielte starkes Wachstum. Sie konnte ihren Umsatz mehr als verdoppeln und steigerte die Erlöse von 8,4 Mio. EUR (2015) um 12,3 Mio. EUR oder 146,2 Prozent auf 20,7 Mio. EUR. Insbesondere auf dem stark wachsenden Markt in der Türkei festigte Phoenix Solar die gute Position, baute Team und Kapazitäten weiter aus und gründete eine neue hundertprozentige Tochtergesellschaft in Ankara. Das Geschäft in Middle East erbrachte eine Rohertragsmarge von 10,0% (2015: 6,7%). Der Deckungsbeitrag der Region Middle East (Segmentergebnis) belief sich auf 0,6 Mio. EUR (2015: 0,0 Mio. EUR). Zum 31. Dezember 2016 umfasste die Projekt- und Vertriebspipeline der Region 47 MWp.
Asia/Pacific: In Asia/Pacific konnte Phoenix Solar 2016 leicht höhere Umsätze erreichen. Hier wirkten sich der Wechsel in der Geschäftsführung (Ablösung der bisherigen Minderheitseigentümer) und die Re-Orientierung auf größere kommerziell genutzte Dachanlagen und Freiflächenanlagen aus. Gegenüber einem Segmentumsatz von 8,6 Mio. EUR im Jahr 2015 konnte Phoenix Solar in Asia/Pacific um 5,0% zulegen und 9,0 Mio. EUR erlösen. Wesentlicher Erfolgsmotor war die 2015 neu gegründete Gesellschaft auf den Philippinen, die nach ersten erfolgreich fertiggestellten kommerziell genutzten Photovoltaik-Dachanlagen bereits mehrere neue Projekte einwerben konnte. Das Geschäft in Asia/Pacific erbrachte eine Rohertragsmarge von 22,6% (2015: 23,6%). Der Deckungsbeitrag der Region Asia/Pacific (Segmentergebnis) belief sich auf -0,2 Mio. EUR (2015: -1,0 Mio. EUR). Zum 31. Dezember 2016 umfasste die Projekt- und Vertriebspipeline der Region 29 MWp.
Europa: In der Region Europa hat sich die insgesamt schwache Marktentwicklung infolge fortdauernder energiepolitischer Unsicherheiten auch für unsere Konzerngesellschaften in weiter rückläufigem Geschäft niedergeschlagen. Wir erzielten dort Umsatzerlöse in Höhe von 0,8 Mio. EUR (2015 (einschließlich Holding): 4,4 Mio. EUR). Der Rückgang ist auch auf die Einstellung unseres Handelsgeschäfts in Frankreich zurückzuführen. Wir halten unsere Präsenz in den europäischen Tochtergesellschaften allerdings weiter aufrecht, haben unser Engagement etwas ausgebaut und rechnen bereits für 2017 wieder mit leicht anziehenden Umsätzen. Die Gesellschaft in Frankreich positioniert sich neu als EPC-Anbieter, das Team in Griechenland fungiert als Ingenieurcluster für die Region Middle East. In beiden Gesellschaften sind neue branchenerfahrene Geschäftsführer dabei, neue Geschäftsmöglichkeiten zu erschließen. Der Deckungsbeitrag der Region Europa (Segmentergebnis) belief sich auf 0,4 Mio. EUR (2015: 0,6 Mio. EUR). Dass ein positiver Deckungsbeitrag erzielt wurde, ist im Wesentlichen auf den Nettoertrag aus der Veräußerung der Gesellschaft Bâtisolaire 3 in Frankreich zurückzuführen. Zum 31. Dezember 2016 umfasste die Projekt- und Vertriebspipeline der Region 2 MWp.

Hervorragende Rohertragsmarge sorgt für Ertragssteigerung
Die hervorragende Entwicklung der Rohertragsmarge zeigt, dass Phoenix Solar das Kerngeschäftsmodell - Planung, Beschaffung und schlüsselfertige Errichtung hoch leistungsfähiger Photovoltaikkraftwerke - weltweit erfolgreich umsetzt. Insgesamt verbesserte sich die Rohertragsmarge (Umsatz abzüglich Materialaufwand in Prozent vom Umsatz) von 8,4% im Jahr 2015 auf ein deutlich höheres Niveau von 12,6% im Geschäftsjahr 2016. Hier zahlten sich die Investitionen in die Neuaufstellung der Beschaffung und der Angebotserstellung unmittelbar aus. Im Zusammenhang mit hohem Kostenbewusstsein in den Projekten trugen diese Entwicklungen wesentlich zur insgesamt verbesserten Ertragsstärke bei. Der Verfall der Systempreise um rund 30% und der Stromerlöse konnten diese Entwicklung nicht beeinträchtigen.
Zudem arbeitete Phoenix Solar mit Blick auf kommendes Wachstum am Aus- und Aufbau seiner Kapazitäten und stellte in nennenswertem Umfang neue branchenerfahrene Mitarbeiter ein: als Ingenieure, aber auch in Beschaffung, Bau und Vertrieb. Zum 31. Dezember 2016 waren 121 Personen im Phoenix-Solar-Konzern tätig (ohne Vorstände und Aushilfen); zum Ende des Jahres 2015 waren es 78 gewesen. Der Personalaufwand stieg entsprechend auf 11,3 Mio. EUR (2015: 7,6 Mio. EUR); die Personalaufwandsquote belief sich auf 8,2% vom Umsatz (2015: 6,4%%).
Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) verbesserte sich auf 0,6 Mio. EUR (2015: -1,6 Mio. EUR), das erste positive operative Ergebnis seit 2010. Die EBIT-Marge betrug 0,4% (2015: -1,3%). Das Finanzergebnis in Höhe von -4,3 Mio. EUR fiel etwas besser aus als 2015 (-4.4 Mio. EUR). Finanzerträgen von 293 T EUR (2015: 98 T EUR) stand ein Finanzaufwand 4,6 Mio. EUR gegenüber (2015: 4,5 Mio. EUR).
Das auf die Aktionäre der Muttergesellschaft entfallende Konzernperiodenergebnis belief sich auf -4,6 Mio. EUR (2015: -5,2 Mio. EUR). Ein Konzernverlust von 0,1 Mio. EUR entfiel auf Minderheiten (2015: -0,4 Mio. EUR). Berechnet auf eine Anzahl von 7.372.700 Aktien entstand so ein Ergebnis pro Aktie von -0,62 EUR (2015: -0,71 EUR).

Auftragslage
Zum 31. Dezember 2016 hatte Phoenix Solar einen freien Auftragsbestand in Höhe von 55,8 Mio. EUR (31. Dezember 2015: 148,5 Mio. EUR). Der Gesamtauftragsbestand (einschließlich bereits fakturierter Leistungen) im Konzern belief sich auf 186,4 Mio. EUR, ein Rückgang um 65,5 Mio. EUR, entsprechend 26% (31. Dezember 2015: 251,9 Mio. EUR). Die globale Projekt- und Vertriebspipeline zum 31. Dezember 2016 erreichte 330 MWp, von denen sich 245 MWp in Bau befanden (31. Dezember 2015: 108 MWP); dies ist die umfangreichste Bautätigkeit in der Geschichte des Unternehmens.

Finanzlage
Der Phoenix-Solar-Konzern erhielt einen Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit von 0,1 Mio. EUR in 2016 (2015 1,8 Mio. EUR). Die liquiden Mittel erhöhten sich im Lauf des Geschäftsjahrs 2016 auf 9,4 Mio. EUR (31. Dezember 2015: 4,9 Mio. EUR). Die Nettoverschuldung (kurzfristige Finanzverbindlichkeiten abzüglich liquide Mittel) wurde deutlich zurückgeführt und betrug zum 31. Dezember 2016 noch 25,9 Mio. EUR (31. Dezember 2015: 34,2 Mio. EUR).

Eigenkapital
Das Konzerneigenkapital reduzierte sich im Wesentlichen aufgrund des negativen Konzernperiodenergebnisses um 4,5 Mio. EUR auf -12,1 Mio. EUR (31. Dezember 2015: 7,6 Mio. EUR). Die Eigenkapitalquote beträgt damit - auch aufgrund der niedrigeren Bilanzsumme - zum 31. Dezember 2016 -26,0 Prozent (31. Dezember 2015: -14,1 Prozent).
Da der Konzern selbst keine rechtlich eigenständige Gesellschaft darstellt, resultieren aus dem negativen Eigenkapital keine unmittelbaren Bestandsrisiken für das Unternehmen. Rechtlich relevant ist ausschließlich das Eigenkapital der Phoenix Solar Aktiengesellschaft als der Muttergesellschaft des Phoenix-Solar-Konzerns. Dieses belief sich zum 31. Dezember 2016 auf 5,7 Mio. EUR, was einer Eigenkapitalquote von 8,6 Prozent entspricht (31. Dezember 2015: 6,6 Mio. EUR, entsprechend 12,3 Prozent).

Ausblick
Phoenix Solar erwartet für 2017 deutliches Umsatzwachstum und weitere Ergebnis­verbesserungen. Das Unternehmen prognostiziert Umsatzerlöse in einem Korridor von 160 bis 190 Mio. EUR (2016: 139,2 Mio. EUR). Hierfür ist voraussichtlich ein Absatzvolumen von 180 MWp bis 220 MWp (2016: 153,7 MWp) erforderlich. Bei einer solchen Entwicklung erwartet Phoenix Solar ein positives Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 1,0 bis 3,0 Mio. EUR. Angesichts der bis 2018 stabilen Finanzierung und bei für 2017 geplanten freien Kreditlinien von durchschnittlich etwa 75 Prozent mit entsprechendem Finanzaufwand sowie angesichts steigenden Steueraufwands in den profitablen Tochtergesellschaften ist noch nicht mit einem signifikant positiven Unternehmensergebnis zu rechnen.

Tim P. Ryan, der Vorstandsvorsitzende der Phoenix Solar AG, stellte fest: "Wir haben 2016 ein ordentliches Umsatzwachstum vorgelegt. Zum ersten Mal seit vielen Jahren haben wir ein positives EBIT erwirtschaftet. Dazu tragen Kostenbewusstsein, verbesserte Beschaffung und Disziplin beim Managen der Projektmargen erfreulich bei. Als weltweit tätiger Dienstleister für Planung, Beschaffung und schlüsselfertige Errichtung von Photovoltaik-Systemen haben wir für unsere Kunden in aller Welt und gegenüber dem Markt erneut unter Beweis gestellt: Erfolgreich, termin- und budgetgerecht bauen wir leistungsstarke Anlagen - Freiflächenanlagen im Kraftwerksmaßstab und kommerziell genutzte Dachanlagen. Schließlich haben wir durch Erweiterung unserer Teams und Gesellschaften und durch die Verbesserung unserer Abläufe die Grundlagen geschaffen, künftig auch weiter wachsen und unsere Ergebnisse weiter steigern zu können. Dank unserer wettbewerbsfähigen Technologie, dank unseren guten Referenzen in aller Welt, dank unseren erfahrenen Teams auf wachsenden Märkten bin ich zuversichtlich, dass 2017 für unser Unternehmen ein noch erfolgreicheres Jahr werden wird und dass wir die Erwartungen des Marktes, unserer Kunden und unserer Aktionäre erfüllen werden."

Geschäftsbericht
Der Geschäftsbericht der Phoenix Solar AG über das Geschäftsjahr 2016 erscheint heute, am 31. März 2016, in elektronischer Form und kann auf unseren Internetseiten www.phoenixsolar-group.com unter Investor Relations und weiter Finanzberichte heruntergeladen werden.

Quelle: Phoenix Solar AG