Update: Bieter-Krimi um Sangalli entschieden?

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Für das moderne Flachglaswerk in San Giorgio di Nogaro, das dem Unternehmen Sangalli Vetro Porto Nogaro S.p.A. gehört, gibt es mindestens zwei Kaufinteressenten.

Der italienische Flachglashersteller Sangalli Vetro ist in Schieflage geraten und steht zum Verkauf. Für das moderne Flachglaswerk in San Giorgio di Nogaro, das dem Unternehmen Sangalli Vetro Porto Nogaro S.p.A. gehört, interessieren sich Sisecam und Guardian. Der türkische Konzern bietet 90 Millionen Euro, Guardian kann sein Angebot aber noch nachbessern.

Wie berichtet, hat das zuständige Gericht in Udine für den italienischen Flachglashersteller Sangalli Vetro Porto Nogaro das Verfahren "concordato preventivo" zugelassen, um ein Insolvenzverfahren abzuwenden. Bei diesem insolvenz­rechtlich geregelten Vergleichsverfahren schlägt der Schuldner seinen Gläubigern einen Umschuldungsplan vor. Während Sangalli die Geschäftsaktivitäten zunächst in eigener Hand fortführen wollte ("continuità diretta"), sieht der aktuelle Vergleichsvorschlag die Veräußerung des Betriebs vor ("continuità indiretta"). Unter anderem aus diesem Erlös sollen dann die Gläubiger befriedigt werden.

Unschlagbares Angebot aus der Türkei?

Zur Gläubigerversammlung am 12. Mai wurden nun weitere Details bekannt. Laut der regionalen Tageszeitung "Messaggero Veneto" hat Sisecam 90 Millionen Euro für das moderne Flachglaswerk in San Giorgio di Nogaro (Provinz Udine) geboten. Die Produktionsstätte mit dem Fokus auf helles und extrahelles Floatglas sowie splitterfreies und schalldämmendes VSG kann dem Betreiber zufolge mehr als 200.000 Tonnen Floatglas im Jahr herstellen, die VSG-Linie wiederum habe eine Produktionskapazität von jährlich mehr als fünf Millionen Quadratmeter.

Obwohl Guardian laut der Zeitung nur 54,4 Millionen Euro geboten habe, sei das Rennen noch nicht entschieden. Als Erstbieter könne Guardian sein Angebot bis Mitte Juni nachbessern. Allerdings hat Sisecam Rechtmittel gegen diese Vorzugsbehandlung eingelegt. Es bleibt also spannend. Nach Informationen von GFF fürchten Glasproduzenten in den DACH-Märkten im Fall eines möglichen Zuschlags für Sisecam, dass in Zentraleuropa die Preise weiter unter Druck geraten könnten. Dagegen gingen Insider bereits davon aus, dass sich das Angebot von Guardian nicht am oberen Ende der Range bewegen könnte.

Quelle: Holzmann Medien GmbH & Co. KG