21.10.2014

Forum Glastechnik im VDMA e.V.

VDMA: Optimistisch zur glasstec

Stabile Geschäftsentwicklung – leichter Aufwärtstrend für 2015 erwartet


Die deutschen Hersteller von Glasmaschinen und –anlagen haben in den letzten zwei Jahren eine nicht rosige, aber stabile Geschäftsentwicklung hingelegt. Der Umsatz der Branche liegt geschätzt bei rund 850 Millionen Euro. Für 2015 sind die Erwartungen deutlich optimistischer. Das ergab eine Umfrage, die der VDMA, Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau, anlässlich der Branchenleitmesse glasstec unter seinen Mitgliedsfirmen durchgeführt hat. Die Messe, die vom 21. bis 24. Oktober in Düsseldorf stattfindet, gilt als Trend- und Konjunkturbarometer der Branche.


Deutsche punkten mit Effizienz und High-Tech
„Dafür, dass die Glasindustrie gerade im letzten Jahr weltweit weniger investiert hat, haben wir uns ganz gut geschlagen“, fasste Dr. Bernd-Holger Zippe, Vorsitzender des VDMA-Forums Glastechnik die Lage der Branche zusammen. Überkapazitäten bei Flach- und Solarglas, insbesondere in Europa, machen den Anlagenbauern zu schaffen. Trotzdem seien die Aussichten mittelfristig gut. Rund läuft es bei Unternehmen, die in die Hohl- und vor allem in die Spezialglasindustrie liefern. Gerade bei neuen Glasprodukten, wie hochempfindliches Displayglas, OLEDs, extrem große Glasscheiben oder multifunktionales Glas, suchten die High-Tech-Lösungen der deutschen Maschinen- und Anlagenhersteller weltweit ihres gleichen. Sie punkten auch mit Effizienz entlang der gesamten Technologiekette, egal, ob es um Energie, Material oder Kosten geht. Dabei spielt die Optimierung der Qualität des Endproduktes Glas eine Hauptrolle.


Märkte schwanken
Rund drei Viertel ihres Umsatzes erwirtschaftet die Branche im Ausland. Die EU ist neben Asien ihr Hauptabsatzmarkt. Auch Nordamerika ist für viele Unternehmen wichtig. Global schwanken die Märkte aber stark. Aktuell freuen sich die Anlagenbauer, dass die Nachfrage aus den Golfstaaten wieder anzieht. Auch Subsahara-Afrika dürfte mittelfristig sicherlich hoch interessant werden. Der Kontinent gerät zunehmend in den Blickpunkt der Investoren. „Da ist sicherlich noch etliches zu erwarten“, meint Zippe.


Starker Wettbewerbsdruck
Gerade in den Schwellenländern nimmt der Wettbewerbsdruck stark zu. Der kommt vor allem von den chinesischen Anbietern und ist in etlichen Bereichen spürbar. Manche Kunden erwarteten geradezu, dass Unternehmen in China fertigen oder einkaufen, um billiger zu sein. Die deutschen Hersteller reagieren darauf, indem sie ihr lokales Engagement in China verstärken, um dort weiter verkaufen zu können. Bei den Hightech-Anlagen und in Kerneuropa können die Chinesen noch nicht mithalten. Allerdings, so Zippe, müsse man sich darauf vorbereiten, dass sich das ändere.


Zukunft liegt in der Kooperation
Bei der Realisierung neuer Geschäftsmodelle wie unternehmensübergreifende Kooperationen, fordert er Unterstützung von der Politik. Die deutsche Industrie sei in ihren traditionellen Bereichen wie der Elektronik und Mechanik sehr gut aufgestellt und global führend. Doch die Vernetzung nehme hier rasant zu. Um mit dieser Entwicklung Schritt zu halten, benötigten die Firmen neue Geschäftsmodelle. „Sie zu realisieren geht nicht selten über die Möglichkeiten eines einzelnen, insbesondere mittelständischen Unternehmens hinaus“, stellt Zippe fest. Doch Kooperation sei ein Zukunftsmodell. Sein Unternehmen, die Zippe Industrieanlagen GmbH, sei beispielsweise so heute in der Lage mit ausgewählten Partnern eine komplette Glashütte anzubieten. Das könne kein anderes Unternehmen in der Welt.


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