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Solarzellen mit Hirn, Strom aus Dachrinne

01.03.2010

Können Solarzellen mit der Sonne wandern? Im Laufe des Tages ihre Ausrichtung und Position auf dem Dach ändern? Warum nicht!
Eggenfelden. Skeptisch legte Florian Anglspergers Mutter bisher die Stirn in Falten, wenn es um die Installation von Solarzellen auf dem Dach ging. Zu wenig Sonnenstunden, zu hoch das Risiko eines Dachschadens. Ob sich die Anschaffung lohnt? „Und ob!“, dachte sich vermutlich der 16-jährige Sohnemann Florian und startete einen Versuch, den Energiegewinn optimieren: „Durch Schienen und Ketten sind die mobilen Solarmodule miteinander verbunden und wechseln je nach Tageszeit die Dachseite“, erklärt der Zehntklässler des Karl-von-Closen-Gymnasiums sein Modell.

An der Ostseite jedes Hauses geht bekannter Maßen die Sonne auf - dort nimmt die Solaranlage am Morgen ihren Lauf. Auf Knopfdruck oder automatisch folgt sie dem Mittagslicht über den Dachfirst und wandert das Westdach hinab. So naheliegend und kinderleicht das Konzept auch erscheinen mag, entpuppte es sich als aufwendige Rechnerei. Wie schwer sind die Module? Wie viel Strom frisst das Hochziehen und Runterlassen? Wie teuer kommen mich Schienen und elektrische Anschlüsse zu stehen? „Alles musste ich selbst errechnen. Das einzige, was im Internet angegeben wird, ist die Dauer der Sonneneinstrahlung. Und die ist in jedem Monat anders“, sagt der 16-Jährige.

Für jeden Monat des Jahres hat Florian mehrere Seiten lange Tabellen in seinem speziell entworfenen Computerprogramm angelegt. Darin kann er die Stromproduktion bis zu Zeitfenstern von 15 Minuten herunterrechnen.

„Ein klassisches Beispiel dafür, wie eine unscheinbare Fragestellung explodieren kann“, sagt Dr. Günter Dedié, der betreuende Physiklehrer. Ob die beweglichen Zellen am Ende genug Licht und Wärme einfangen, damit sich der Aufwand lohnt, weiß der 16-jährige Florian jetzt noch nicht. Bis zum Vorentscheid in Passau legt der Zehntklässler noch ein paar intensive Stunden mit dem Taschenrechner ein. „Nächste Woche wird ein Ergebnis präsentiert. Welches - das werden wir sehen“, schmunzelt er.

Was es braucht, um einen konventionellen Rindermastbetrieb auf einen ökologischen umzustellen und wie Hochwasserschutz in Venedig in Zeiten des Klimawandels aussieht - an komplexe Modellanalysen wagten sich die älteren Schüler der Kollegstufe 13 im Rahmen ihres Geographie-Leistungskurses. Wie die betreuende Erdkundelehrerin Christiane Hackl verrät, reiste Patrick Hacker (19) für Umfragen bei Geschäftsleuten und Touristen sogar mehrmals in die Lagunenstadt, Katharina Bloos (19) nahm den heimischen Mastbetrieb unter die Lupe.

Auch die unter 14-Jährigen, für die der Wettbewerb statt „Jugend forscht“ erst einmal „Schüler experimentieren“ betitelt ist, gehen mit pfiffigen Ideen an den Start: Die „Schlaue Fondue-Gabel“ von Thomas Schöley (13) und Adrian Karadachy (13), verrät ohne die Gefahr verbrannter Finger, wann das Fleisch gar ist, der Strom aus Michael Schöleys (11) und Andreas Englmeiers (12) Wasserrad an der Dachrinne bringt Glühbirnen zum Leuchten.

Quelle: pnp

 
 

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