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Stormarner Werkstätten kriegen was aufs Dach
08.03.2010
Das ohnehin schon riesige Bürger-Solarkraftwerk in Bad Oldesloe wird noch größer: 1000 Quadratmeter Dachfläche erhalten Solarzellen.
Auch ohne das in den letzten Tagen noch spontan dazugekommene zweite Dach auf den Stormarner Werkstätten in Bad Oldesloe wäre die Anlage das größte selbstverwaltete Werk dieser Art in ganz Schleswig- Holstein geworden.
Doch nun wird sie statt der geplanten 101 kWp (Kilowatt-Peak, früher Kilowatt-Stunden) etwa 123 kWp groß. Damit wird genug regenerativer Strom für 30 Vier-Personen-Haushalte erzeugt – jährlich mindestens 108 000 Kilowattstunden. „Die Dachfläche ist riesig groß“, freut sich Kaufmann Wolfgang Bartolain.
Bei ihm laufen bereits die Telefone heiß. Viele Bürger haben Interesse an einer Beteiligung (10 000 bis 30 000 Euro), die eine jährliche Rendite von etwa 7,5 Prozent auf 20 Jahre erbringen soll.
Gerade erst sind die Flyer für das Projekt und die Homepage fertig geworden. Am Montag, 15. März, 19.30 Uhr, ist in der Kantine der Stormarner Werkstätten, Rögen 56 bis 58, eine Informationsveranstaltung geplant. Eile tut not. Denn noch im März soll Baubeginn sein.
Grund für die schnelle Projektrealisierung ist die geplante Reduzierung der Einspeisevergütung zum 1. Juli. „Ab 2011 bricht der Solarmarkt weg“, befürchtet Bartolain. Vor drei Wochen hat er schon mal vorsorglich Material eingekauft. Sonst wäre aus dem Oldesloer Projekt wohl nichts geworden. Bartolain: „Der Markt ist wie leergefegt. Wechselrichter kosten jetzt 1400 Euro mehr pro Stück. Das ist wie im Drogenhandel.“
Energiepolitisch sei das Abwürgen der dezentralen Energieerzeugung Wahnsinn, schimpft Bartolain und hofft auf einen Regierungswechsel. Durch die Verlängerung der Verträge für das Betreiben von Atomkraftwerken seien die Netze voll. Für ihn der falsche Ansatz.
Auch Bruns, Leiter der Stormarner Werkstätten, sieht in der Photovoltaik-Anlage eine Investition in eine Energie, „die die Erde nicht vernichtet“. Gerade Diakonie und Kirche seien dazu aufgefordert, sich Gedanken darüber zu machen, wie man mit der Schöpfung umgeht. So mische sich seine Einrichtung auch gesellschaftlich ein. Bruns: „Ich persönlich bin der Meinung, dass dies der richtige Weg ist.“
Quelle: Lübecker Nachrichten









