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Mehrwert für Denkmalschutz

22.03.2010

Isolierverglasung mit mundgeblasenem LambertsGlas®
Drei Eckpunkte umreißen die Ausgangssituation zur Entwicklung von Isolierverglasungen mit mundgeblasenen Fensterscheiben: Erstens die Erhaltung wertvoller historischer Bausubstanz durch öffentliche und private (Um-)Nutzung, zweitens die Ansprüche der Nutzer an zeitgemäßen Aufenthaltskomfort bei stetig stei-genden Energiekosten und drittens die Erfüllung von Vorgaben des Denkmalschutzes. Dieser scheinbar unlösbaren Aufgabe hat sich die Glashütte Lamberts, weltweit führender und Deutschlands einziger Hersteller von mundgeblasenem Flach-glas gestellt. In Kooperation mit dem Isolierglas-Pionier Glas Zange und in enger Zusammenarbeit mit dem Denkmalschutz wurde eine Isolierverglasung mit mundgeblasenen Außen-scheiben entwickelt. Diese stilgerechte Lösung stellt einen wich-tigen Schritt im Denkmalschutz dar und setzt neue Maßstäbe.

Kaum ein Element prägt ein Gebäude so sehr wie das Fenster. Und kaum eine Entwicklung hat das Aussehen von Häusern so sehr verändert, wie die industrielle Fertigung moderner Fenster. Bemühungen des Denkmalschutzes, mit Originalfenstern den Charakter von alten Bauwerke zu erhalten, fanden oft wenig Gegenliebe. Und doch ist es gerade dieser Institution mit zu verdanken, dass es heute möglich ist, historische Gebäude nicht nur mit Fenstern aus mundgeblasenem Glas, sondern mit Isolierverglasungen aus diesem authentischem Material auszu-statten.

Dem Glas als wichtigsten Bestandteil eines jeden Fensters kommt – unabhängig von den jeweiligen traditionellen Formen unterschiedlicher Stilepochen und Kulturgegenden - ein beson-derer Stellenwert zu. Bis Anfang des letzten Jahrhunderts waren grundsätzlich alle Fenstergläser mundgeblasen. Die Glashütte Lamberts hat exakt diese Herstellung im Mundblasverfahren bewahrt und gewährleistet so den Charakter historischer Origi-nal-Fenstergläser. Es erfordert ein hohes Maß an Erfahrung, Kraft und Können, den großen, glühenden Glasballon so gleichmäßig zu bewegen, dass ein homogener Zylinder entsteht. Dieser wird anschließend aufgeschnitten, wieder erhitzt und zur Glastafel ausgebügelt. Die so hergestellten Scheiben entsprechen in ih-ren Eigenschaften dem bis zum Beginn des zwanzigsten Jahr-hunderts üblichen Glas. Das mundgeblasene Original Lamberts Restaurierungsglas ist somit unverzichtbarer Bestandteil jeder Restaurierung, welche die Anforderungen an diese klassische Art der Verglasung erfüllen soll.

Doch für Besitzer „alter Gemäuer“ ist die originalgetreue Optik nur ein Aspekt. An erster Stelle steht immer die zeitgemäße Nut-zung, denn nur dadurch kann wertvolle Bausubstanz sinnvoll erhalten werden. Moderner Aufenthaltskomfort und Umweltas-pekte stellen hohe Ansprüche. Die meist teure Wärme soll den Aufenthalt im Raum angenehm machen und nicht nach außen entweichen. Isolierverglaste Fenster sind deshalb heute obliga-torisch. Dies auch mit mundgeblasenem Glas zu ermöglichen, ist deshalb das erklärte Anliegen der Glashütte Lamberts.

Zusammenarbeit mit Isolierglas-Spezialist Glas Zange
Mit Glas Zange, Weiden, konnte ein erfahrener und engagierter Partner für die Zusammenarbeit gewonnen werden. Der Isolier-glas-Spezialist kombinierte den traditionsreichen Werkstoff mundgeblasenes Glas mit der Isolierglas-Hochtechnologie des 21. Jahrhunderts. Das Ergebnis ist ein modernes Isolierglas mit High-Tech-Wärmeschutz-Beschichtung. Mit einer Gesamtstärke von 10 mm passt es selbst in schmale Profile vorhandener histori-scher Rahmen bzw. authentischer Nachbauten.

Wichtigstes Ziel der Entwicklung war, ein möglichst „dünnes“ Qualitätsisolierglas zu erhalten, was mit herkömmlichen Mitteln nicht zu bewerkstelligen war. Doch mit einer gehörigen Portion Zähigkeit und nach vielen Experimenten wurde schließlich eine Lösung gefunden. Dazu Dieter Zange, der diese Herausforde-rung erfolgreich gemeistert hat: „Die Fertigungsanlage ist eine komplette Neuentwicklung, hinter der unsere langjährige Erfah-rung in der Produktion von Isolierglas und eine hoch motivierte Mannschaft stehen.“

Das Spezial-Isolierglas für den Denkmalschutz ist die Kombinati-on einer 3 mm starken mundgeblasenen Restaurationsglas-Außenscheibe mit einer ebenso dicken Floatglas-Innenscheibe bei nur 4 mm Zwischenraum. Die sehr gute Wärmedämmung von Ug 1.9W/m²K wird durch die Füllung mit dem Edelgas Kryp-ton erreicht. Dabei wird der vorgeschriebene Sollfüllgrad von 90 Prozent grundsätzlich überschritten. Auch wenn beim Preis Kryp-ton wesentlich stärker als das üblicherweise verwendete Argon zu Buche schlägt – die Vorteile überwiegen. Eine zusätzliche Edelmetallbedampfung der Innenscheibe verstärkt die Dämm-wirkung. Auch die Abstandhalter zwischen den Scheiben besit-zen besondere Eigenschaften. Aluminiumprofile - auf Wunsch auch in weiß erhältlich - mit gebogenen Ecken verbessern im Gegensatz zu den sonst verwendeten gesteckten Abstandhal-tern zusätzlich die Abdichtung. Das hochwertige Randverbund-system mit integriertem Trockenmittel zur Feuchtigkeitsregulie-rung ist mit 9,5 – 10 mm an der Grenze des Machbaren ange-siedelt. „Noch weniger würde Qualitätsabstriche nach sich zie-hen“, stellt Dieter Zange klar.

Qualität ist das A und O bei Glas Zange: Die Isolierglasprodukti-on unterliegt seit langem neben einer strengen Eigenkontrolle zusätzlich der regelmäßigen Fremdüberwachung und ist durch das Institut für Fenstertechnik Rosenheim zertifiziert. „Jedes ein-zelne Element der Isolierverglasung mit mundgeblasenem Lam-bertsGlas® wird bei uns in der Produktion kontrolliert. Mit höchs-ter Qualität bieten wir unseren Kunden Sicherheit. Dabei gehen wir keine Kompromisse ein, was natürlich seinen Preis hat. Schließlich ist eine denkmalpflegerische Sanierung grundsätzlich langfristig angelegt“, unterstreicht der Isolierglasspezialist seine Firmenphilosophie.

Das Unternehmen Glas Zange blickt auf 60 Jahre Erfahrung im Glasbau zurück und zählt mit 40 Jahren Isolierglasproduktion zu den Pionieren auf diesem Gebiet. Genauso wichtig wie der Verkauf und die Montage von Gläsern wird eine umfassende Beratung der Kunden gesehen. Jede Isolierverglasung mit mundgeblasenem LambertsGlas® wird bei einer Lieferzeit von zwei bis drei Wochen auftragsbezogen gefertigt. Das ermöglicht die Berücksichtigung kundenspezifischer Eigenheiten. So können schon im Vorfeld die Verträglichkeit von Dichtstoffen geklärt werden. Auch der Punkt Klimalasten wird leicht übersehen: Ab-hängig von Luftdruck, Temperatur und geografischer Höhe des Einbauobjektes verändert sich das in einer Isolierglasscheibe eingeschlossene Gasvolumen. Im ungünstigsten Fall kann dies zum Glasbruch führen. Deshalb wird auf Anfrage die Möglich-keit zum Druckausgleich angeboten. Je umfassender die Infor-mationen über die vorgesehene Verwendung der Scheiben durch den verarbeitenden Betrieb schon bei der Bestellung sind, umso exakter können diese Daten in die Produktion einflie-ßen. Die enge Kommunikation mit dem Fensterbauer oder Schreiner garantiert passgenaue Lösungen.

Neue Perspektiven im Denkmalschutz
Durch die Forderung, mit Original-Materialien und Handwerks-methoden historische Substanz schonend zu restaurieren, kam ein entscheidender Impuls zur Entwicklung der Isolierverglasung mit mundgeblasenem LambertsGlas® vom Denkmalschutz. An-gesichts steigender Energiekosten stehen Fenstersanierungen im Fokus von Immobilieneigentümern und Mietern. Denn der größ-te Wärmeverlust entsteht bei älteren Gebäuden nun einmal durch veraltete Fenster, die heutigen Standards bei Wärme-dämmung und Dichtigkeit nicht mehr entsprechen. Die Proble-matik von wirtschaftlich sinnvollen, häufig aber das äußere Er-scheinungsbild verändernden Isolierverglasungen, führte des-halb lange Zeit zu kontroversen Diskussionen. Die Befürworter der gegensätzlichen Positionen waren manchmal soweit von-einander entfernt wie die berühmten zwei Königskinder. Dass sie doch zueinander gefunden haben, ist der Hartnäckigkeit der Verantwortlichen für unser historisches Erbe zu verdanken, für alle Beteiligte eine akzeptable Lösung zu finden.

So veranstaltete das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege in der Glashütte Lamberts im April 2009 eine international be-setzte Fachtagung zu den Einsatzmöglichkeiten traditionell her-gestellter Gläser. Auf besonderes Interesse stieß bei den Exper-ten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Denkmalpflege die Ent-wicklung der neuen Isolierverglasungen mit mundgeblasenem Glas sowie die sich daraus ergebenden Perspektiven hinsichtlich energieeffizienter Lösungen.

Der Einbau von Isolierverglasungen mit mundgeblasenem Lam-bertsGlas® kommt nicht nur den Bauwerken zugute, sondern auch deren Bewohnern. Ob Altbaurenovierung, Denkmalres-taurierung oder Altstadtsanierung - mit steigendem Gebäude- und Wohnwert erhöht sich gleichzeitig die Identifikation mit dem Bauwerk. Fenster übernehmen dabei die Rolle des Vermittlers zwischen der historischen Hülle und den Anforderungen neuzeit-licher Nutzung.

Die maßgeschneiderten Doppelscheiben werden als komplette Einheit geliefert. Unabhängig von der Teilung eines Fensters, werden die Tafeln einzeln exakt nach Kundenmaß angefertigt, kleine Felder für Sprossenfenster ebenso wie größere Flächen. Lediglich das traditionelle Mundblasverfahren gibt das Höchst-maß von 600 x 900 mm vor. Fensterbauer oder Schreiner brau-chen die fertigen Isolierglas-Einheiten nur noch in die Rahmen einzufügen. Die oft zeitaufwendige Suche nach den Einzelkom-ponenten und deren Koordination entfällt.

Die Anstrengungen der Glashütte Lamberts wurden auf der Leipziger Messe „denkmal“ mit einer Goldmedaille für herausra-gende Leistungen in der Denkmalpflege in Europa gewürdigt.

Quelle: Fensterplatz

 
 

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