05/03/2014

Stuttgarter Planetarium erhält modernes Projektionssystem für die 360-Grad-Projektion von ZEISS

Im Februar erhielt ZEISS den Zuschlag für die technische Modernisierung des Carl-Zeiss-Planetariums in Stuttgart. Kern der Neuausstattung ist ein mehrkanaliges Projektionssystem, bestehend aus neun VELVET Projektoren, von ZEISS speziell entwickelt und gefertigt für die 360-Grad- oder „Fulldome“-Projektion in Planetarien. Mit diesem System können in Zukunft extrem hochaufgelöste Filme, Videos und live gesteuerte Visualisierungen wie der räumliche Flug durch das Universum an die 600 m² große Kuppelfläche projiziert werden. Das neue VELVET Projektionssystem erzeugt Bilder mit 24 Millionen Pixeln, das Elffache einer digitalen Kinoprojektion. Astronomische Darstellungen sind in synchroner Kombination mit dem UNIVERSARIUM Sternprojektor des Planetariums möglich. „Das Planetarium erhält durch die neue Ausstattung Technologie mit Spitzenleistungen“, sagte Wilfried Lang, Leiter des Geschäftsbereiches Planetariums (Planetarien) bei ZEISS. „Wir erreichen mit dem VELVET System die Auflösungsgrenze des menschlichen Auges, womit die digitalen Darstellungen der Qualität des Sternprojektors UNIVERSARIUM adäquat sind.“

Zum Lieferumfang gehören weiterhin mehrere Rechnerarbeitsplätze für die Eigenproduktion von Programmen, professionelle Shows zu astronomischen und weiteren Wissensthemen sowie aktualisierte Steuersoftware für den ZEISS Planetariumsprojektor UNIVERSARIUM Mark IX. Ein neuer Spezialanstrich der Kuppel wird dazu beitragen, dass die neuen Inhalte für das Publikum besonders brillant aussehen. Der Einbau der neuen Technik soll im Anschluss an die grundlegende Sanierung des Kuppelsaales und eines wichtigen Teils der Gebäudetechnik erfolgen. Die Wiedereröffnung ist für 2015 geplant.

Seit 1977 steht das Stuttgarter Planetarium im Dienste der Verbreitung naturwissenschaftlichen Wissens. Mit durchschnittlich 200.000 Besuchern im Jahr zählt es zu den Großplanetarien mit dem höchsten Publikumsverkehr. Der ursprüngliche Planetariumsprojektor wurde 2001 durch ein computergesteuertes Modell UNIVERSARIUM Mark IX, ebenfalls von ZEISS, ersetzt. Der häufig als Starball bezeichnete Projektor erzeugt einen künstlichen Sternhimmel, der dem natürlichen Himmelsanblick an den besten Beobachtungsplätzen der Welt gleich kommt.

Das für das Stuttgarter Planetarium konzipierte Projektionssystem arbeitet mit neun am Kuppelrand verteilten Projektoren der VELVET Baureihe von ZEISS. Jeder Projektor erzeugt ein Teilbild. Alle Teilbilder werden so genau an der Kuppel zusammengesetzt, dass Besucher nur das gesamte Kuppelbild sehen. Die VELVET Projektoren garantieren den weltweit höchsten Kontrast. Während bei Standardprojektoren ein Restlichtanteil immer einen Grauschleier erzeugt, verhindern die VELVET Projektoren jegliches Streulicht und liefern absolutes Schwarz und damit besonders brillante Farben. Der Vorteil wird vor allem in den astronomischen Darstellungen in Kombination von optisch-mechanischem Planetariumsprojektor und digitaler Darstellung sichtbar. In Zukunft verfügt das Sternentheater über zwei Planetarien in einem: den Planetariumsprojektor mit den brillanten Sternen und die digitale Projektion, die den Sternhimmel um Sternbildfiguren, erklärende astronomische Hilfslinien sowie Objekte, Skalen und vieles mehr ergänzt.. Beide Systeme arbeiten unisono, von einer gemeinsamen Steuerung dirigiert. Diese als Hybridlösung bezeichnete Kopplung bewirkt, dass beispielsweise Sternbildfiguren immer exakt ihr zugehöriges Segment am Sternhimmel überlagern und das bei allen Bewegungen des Starballs zur Simulation von Auf- und Untergang oder dem Wechsel auf südliche Breiten. Um die reibungslose Kopplung beider Systeme zu ermöglichen erhält das Planetarium eine neue Steuerung und eine neue Bedienoberfläche.

Mit dem Einzug des Fulldome-Systems erweitert sich auch der Raum der Darstellungen: Dank spezieller Software zur astronomisch korrekten Visualisierung der Objekte des Universums können Besucher einen Flug zum Mars unternehmen, die Saturnringe aus der Nähe inspizieren, durch das Meer der Sterne fliegen, die Milchstraße verlassen und in die entferntesten Regionen des Universums vordringen. Die Kuppel öffnet sich in Zukunft also auch für kosmische Anblicke weit weg von der Erde.

Quelle: Carl Zeiss AG/zeiss.de